Veranstaltungen der Kunstwissenschaft im Sommersemester 2019

Achtung: Räume und Termine können sich ändern! Schauen Sie bitte immer auch ins Vorlesungsverzeichnis ZEuS.

Kunstwissenschaftliche Lehrveranstaltungen zum Download als pdf.

für alle Seminare außer der Einführung und den Schlüsselqualifikationskurs gilt die folgende Anmeldeprozedur (außer es ist ausdrücklich eine andere Prozedur angegeben):

Obligatorische Anmeldung mit Semesterzahl und Wunschmodul bei Sandra.HIndriks@uni-konstanz.de

1. Anmeldungsslot: vom 18.02. – 28.02.19

2. Anmeldungsslot vom 25.03. – 08.04.19

Nach dem ersten Anmeldeslot erfolgt eine Zusage oder Absage. Die TeilnehmerInnen werden nicht nach der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldung ausgesucht. Die einzelnen Mails werden nicht bestätigt. Bei einer Absage können Sie sich im 2. Slot für ein anderes Seminar anmelden. Bitte melden Sie sich nur für Seminare an, an denen Sie auch teilnehmen möchten. Eine geringe Anzahl von Plätzen wird für neue MA-StudentInnen und Erasmus-StudentInnen freigehalten.

Vorlesungen

Einführung in die Kunstwissenschaft II

Vorlesung, SWS: 4, ECTS: 6, deutsch

Prof. Dr. Steffen Bogen, Prof. Dr. Jürgen Stöhr

Termin: Di 15.15 - 16.45 Uhr, A 701

Kommentar: Die Lehrveranstaltung gibt eine problemorientierte Einführung in die Kunstgeschichte an exemplarischen Beispielen von der Antike bis zur Gegenwart. In diesem Semester steht die Frage nach „Grund“ und „Feld“ im Zentrum. Die Begriffe werden über die Technik und Materialität der Werke, ihre Sichtbarkeiten, sowie das Hervortreten und Verschwinden von Figuren eingeführt. Wenn wir nach „imperialen Feldern“ oder „sakralem Grund“ fragen, nach Aufgaben der Figuration oder Defiguration, sollen auch historische Verschiebungen zwischen ästhetischen und sozialen Dimensionen der Werke deutlich werden.

Kunst- und Medientheorien. Farbe als Akteur in Malerei und Film

Theorievorlesung für MA

Prof. Dr. Beate Ochsener, Prof. Dr. Karin Leonhard

Termin: Mi, 13.30 - 15.00 Uhr, G 421

Kommentar: Im Wettstreit zwischen den Produktivkräften in Natur und Kunst galt für lange Zeit der Topos, dass die Pigmentmischungen der Maler weniger brillant und vielfältig ausfielen als die Lichtfarben im Spektrum des Regenbogens. Innerhalb der Maltheorie wurde dabei noch einmal ein Unterschied gemacht zwischen der Lasurtechnik, in der transparente bzw. semitransparente Farbschichten auf dem Bildträger übereinandergelegt werden, so dass sich eine optische Mischung im Auge des Betrachters ergibt, sowie einer physischen Mischung der Pigmente auf der Palette oder direkt auf der Leinwand. Derart wurde die Vielfalt und Brillanz der Lichtfarben zur Herausforderung der eigenen Darstellungskraft. Grundsätzlich ist Farbe so reich und mannigfaltig, dass wir ihre Nuancen nur mithilfe eines Messraums unterscheiden können. Martin Heidegger hat dem jedoch entgegengehalten: „Die Farbe leuchtet und will nur leuchten. Wenn wir sie verständig messend in Schwingungszahlen zerlegen, ist sie fort. Sie zeigt sich nur, wenn sie unentborgen und unerklärt bleibt“. Darin ist er einer Tradition gefolgt, die die naturwissenschaftlich-physikalische Erklärung des Regenbogens als zerlegtes Licht, wie sie durch Isaak Newton und seine Nachfolger propagiert und weiterhin zum Standard wurde, als Verlust der phänomenalen Dimension der Farbe und des Lichts gedeutet hat.

Im Rahmen ihrer intensiven Auseinandersetzung mit der Farbe im Film konstatiert die Filmkritikerin Frieda, dass es kein „anerkanntes Kriterium für das, was Farbe ist“, gebe, vielmehr sei Farbe „eine Erfahrung, die nicht aufgeht in Funktionalität“. So betrachtet Grafe Farbe nicht als sekundäre oder äußerliche Eigenschaft, bewußt eingesetzte Farbe ist vielmehr als Spur zu verstehen, die ins Innere der Filme führt und vom „Zwang der geregelten Erzählung befreit“. Tatsächlich aber hat sich die Filmwissenschaft dem Phänomen Farbe nur selten gewidmet, scheint es doch schwierig, die Möglichkeiten des Einsatzes von Farbe im Film – im Vergleich zu Schnitttechniken, Einstellungsgrößen oder Kameraführung – genau zu bestimmen. Farbe, so erneut Grafe, erscheint zu einem gewissen Grad „subjektiv – von visuellen, taktilen, emotionalen Erinnerungen bedingt“ und könne daher besser um- als beschrieben werden. Auch eine eindeutige Inbezugsetzung von Farben und psychologischen Zuständen der Figuren bleibt ungenau, gibt es Gilles Deleuze zufolge zwar eine Farbsymbolik, „aber sie besteht nicht in einer Entsprechung zwischen einer Farbe und einem Affekt (Grün und die Hoffnung …). Vielmehr ist die Farbe selbst der Affekt." So schreiben Filmkritiker*innen und –wissenschaftler*innen dem Element Farbe – neben einer mehr oder weniger getreuen Abbildung von Realität – zumeist wenig eindeutige Effekte wie die Erzeugung von Atmosphäre (Keutzer u.a. 2014), Emotionalisierung (Plutchik1980) oder Dramatisierung (Pommering 2012, Marschall 2005) zuordnen. Dabei jedoch scheint der Farbe stets ein Rest unbestimmter Handlungsmacht anzuhaften, der von der Erzähllinie ablenkt und andere Sichtweisen auf Film ermöglicht. Farbe fungiert mithin nicht nur als passiver Hintergrund für menschliches Handeln, ebenso wenig ermöglicht sie eine ‚objektive‘ psychologische Sicht auf einzelne Personen oder Gruppen. Vielmehr vermag der Akteur Farbe Personen wie auch ihre Relationen zueinander zu variieren, in räumliche Situationen einzugreifen und in enger Vernetzung mit weiteren Akteuren wie Licht und Form an der Produktion des Films, seiner Geschichte wie auch seiner Les- und Seharten zu partizipieren.

Die verschiedenen Möglichkeiten des Einsatzes „bewegter Farbe“ (B. Bálazs) wie auch seine historischen, technisch-materiellen und diskursiven Bedingungen wollen wir im Seminar gemeinsam auf der Basis einer Auswahl einschlägiger theoretischer Texte wie auch Beispiele aus Malerei und Film ausloten. Dabei geht es weniger um Farbe an sich, vielmehr werden wir uns mit drei verschiedenen Relationen beschäftigen, im Rahmen derer der Akteur Farbe Bedeutung erzeugt: 1. Farbe und Licht, 2. Farbe und/als Form sowie 3. Farbe als materiell-technisches Element.

Proseminare

Von Giotto bis Michelangelo. Italienische Wandmalerei der Renaissance

Mo, 15.15 - 16.45 Uhr, H 304

Prof. Dr. Steffen Bogen

Kommentar Die Veranstaltung gibt einen Überblick über die Wandmalerei der italienischen Renaissance von Giotto bis Michelangelo. Mit den Beispielen ist die Einführung illusionistischer Rahmenarchitekturen und perspektivischer Bildräume verbunden. Im Seminar werden ausgewählte Bildsysteme gemeinsam beschrieben und analysiert. Im Zentrum der Überlegungen steht die Frage, wie die imaginären Räume für neue Formen der Bilderzählung genutzt werden.

Antike Mythen in der Malerei der Frühen Neuzeit

Mi, 10.00 - 11.30 Uhr, G 421

Dr. Sandra Hindriks

Kommentar: Vornehmlich an Studienanfänger gerichtet, möchte das Proseminar eine Einführung in die zentralen Themen und Figuren sowie die wichtigsten Quellen der klassischen Mythologie geben. In exemplarischen Werkanalysen werden die unterschiedlichen Mythen nicht nur vorgestellt; deren konkrete Rezeption und künstlerische Realisierung in der italienischen, niederländischen, spanischen oder deutschen Malerei des 15. bis 17. Jahrhunderts soll zugleich – z.B. hinsichtlich des Verhältnisses von Wort und Bild sowie unter Berücksichtigung von Bildfunktion und historischem Hintergrund – eingehend untersucht werden. Einen besonderen Schwerpunkt des Seminars werden nicht zuletzt kunst- und bildtheoretisch besonders relevante Mythen (wie z.B. Narziss, Minerva, Pygmalion) bilden.

Weltuntergangsszenarien im 19.Jahrhundert

Fr, 14-tägig, 13.30 - 16.45 Uhr, 1. Termin am 26.04.2019, G 305

Dr. Bruno Grimm

Kommentar: In der Malerei wie in der Literatur werden ab dem späten 18. Jh. vermehrt Untergangsszenarien sichtbar: Edward Gibbon verfasst das mehrbändige Werk „Decline and Fall of the Roman Empire“, William Turner malt den „Untergang Karthagos“, die Katastrophe des Vesuvausbruchs mehrt sich in der Malerei. Eugène Delacroix zeigt den „Tod des Sardanapal“ und greift damit auf ein Gedicht von Lord Byron zurück. Hubert Robert malt die „große Galerie des Louvre als Ruine“, Gustave Flaubert fragt danach, was von Paris als archäologischer Fundstätte bleiben wird, Jacob Burckhardt verschiebt den Schwerpunkt seiner Interessen weg von der sogenannten klassischen Antike auf das späte römische Imperium und Konstantin den Großen. Als Ausgangsthese mag gelten: Dieser Prozess zeigt das Bewusstwerden der eigenen Endlichkeit der großen europäischen Imperien. Im Blick auf den Untergang antiker Reiche werden Fragen nach der eigenen Vergänglichkeit gestellt. Vor dieser Arbeitshypothese sollen diese und weitere Werke im Seminar diskutiert werden.

Die Präraffaeliten

Blockseminar, 1. Termin Sa, 27.04.2019, 10.00 - 14.00 Uhr, H 305

Nastasja S. Dresler

Kommentar: Die «Präraffaeliten» bezeichnen eine Künstlergruppe im viktorianischen England des 19. Jahrhunderts, die sich über zwei Generationen erstreckt. Wirklichkeitsflucht und romantizistischen Mittelalterbezug realisieren die Künstler unterschiedlich: Während die erste Generation Bilder tiefer Religiosität und frommer Schönheit mit dem Realismus verbindet, spricht die zweite Generation die Sinneslust heilig und sucht die Krise der Moderne im Ästhetizismus zu überwinden. Ältere Angehörige wie William Holman Hunt demonstrieren, welche Wege die moderne Kunst beschreiten kann, um die christliche Religiosität vor dem Impetus des Naturalismus zu bewahren, während spätere Mitglieder wie Edward Burne-Jones oder William Morris diese Perspektive durch eine kunstreligiöse und sozialromantische Orientierung substituieren. Eine klare Trennlinie lässt sich zwischen diesen Ausrichtungen allerdings nicht ziehen: So verklammern Dante Gabriel Rossetti mit seinem heterogenen Früh- und Spätwerk oder John Everett Millais mit seinen morbiden Stimmungsbildern beide Abschnitte der viktorianischen Malerei.

Einführung in die Architekturgeschichte und -theorie II: Moderne

Blockseminar, 1. Termin Fr, 03.05.2019, 13.30 - 16.45 Uhr

Larissa Weiler

Kommentar: Von Friedrich Schinkel bis Zaha Hadid – dieses Proseminar beschäftigt sich mit der Architektur vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart, wobei der Fokus auf dem 20. Jahrhundert liegen wird. Veränderte gesellschaftliche Bedingungen schaffen veränderte Bauaufgaben, neue Materialien und Technologien ermöglichen eine neue Formensprache. Anhand exemplarischer Bauwerke werden wir die facettenreichen Ideen, Konzepte und Stilelemente dieses Zeitraums entdecken und analysieren. Ziel ist es, grundlegende analytische Kenntnisse und erste Erfahrungen im Umgang mit Architektur zu erwerben.

Bitte beachten Sie: dieses Seminar ist die Fortsetzung der Einführungsveranstaltung im WS18/19, es werden also Kenntnisse der Architekturgeschichte vorausgesetzt.

Das Seminar findet blockweise statt, max. 30 Teilnehmer

Haupt/Oberseminare

Die Malerei des 19. Jahrhunderts. (I. Teil 1775-1848)

Mi, 15.15 - 16.45 Uhr

Prof. Dr. Jürgen Stöhr

Kommentar: Als der Philosoph Jürgen Habermas in den 1980er Jahren von einer „neuen Unübersichtlichkeit“ sprach, diagnostizierte er den damals aktuellen Ist-Zustand der „Postmoderne“. Als ebenso unübersichtlich stellt sich aber bereits das 19. Jahrhundert dar. Es ist durch und durch geprägt von jener Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, die uns heute so merkwürdig und bekannt zugleich erscheint. Nicht zuletzt durch die Brille der Postmoderne gewinnen die divergierenden Kunstphänomene des 19. Jahrhunderts eine neue Spannung und Aktualität. Klassische Stilbegriffe der Kunstgeschichte wie Klassizismus, Historismus, Biedermeier, Romantik oder Realismus helfen dabei nicht wirklich weiter, um die gegenstrebigen Modelle von Wirklichkeitswahrnehmung in der Malerei dieser Zeit verstehen zu lernen.

Das Seminar versucht, den Strömungen jener Zeit zwischen Revolution und Restauration, zwischen Frömmigkeit und Kriegszuständen usf. in ausgewählten Bildanalysen und Kontextualisierungen näher zu kommen. Der Schwerpunkt liegt dabei in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Baselitz – Richter – Polke – Kiefer: Die jungen Jahre der alten Meister

Do, 15.15 – 16.45 Uhr, H 306

Prof. Dr. Jürgen Stöhr

Kommentar: Der Seminartitel bezieht sich auf eine gleichnamige Kunstausstellung, die in der Zeit vom 12.4.-11.8.2019 in der Staatsgalerie Stuttgart in Kooperation mit den Deichtorhallen, Hamburg eingerichtet ist. Gezeigt werden dort spektakuläre Frühwerke der vier oben genannten Künstler, die in den 60er Jahren entstanden sind. In dieser Zeit haben die vier Akteure tatsächlich die Grundlage dafür geschaffen, dass sie zu den bedeutendsten Künstlern der Neo-Avantgarde im In- und Ausland aufsteigen konnten.

Das Proseminar nimmt diese großartige Ausstellung zum Anlass, sich eingehend in intensiven Einzelwerkanalysen mit dem Neubeginn der deutschen Malerei in den 60er Jahren des 20. Jhs. zu beschäftigen. Ziel ist es dabei auch, ein methodisches und bildtheoretisches Grundverständnis für die Entwicklung der Malerei der Nachkriegszeit zu entwickeln.

Im Rahmen des Seminars ist ein Ausstellungsbesuch der Originalwerke in Stuttgart vorgesehen.

„Was ist ein Bild?“

14-tägig stattfindendes Seminar für Masterstudierende, Do, 10.00 – 11.30 Uhr, H 304

Prof. Dr. Karin Leonhard

Kommentar: „Wer nach dem Bild fragt, fragt nach Bildern, einer unübersehbaren Vielzahl. Sie lässt es fast aussichtslos erscheinen, einen gangbaren Weg der Debatte zu finden. Welche Bilder sind gemeint? Gemalte, gedachte, geträumte? Gemälde, Metaphern, Gesten? Spiegel, Mimikry, Echo? Verbinden diese Bilder Gemeinsamkeiten? Worin könnten sie bestehen? Welche wissenschaftlichen Disziplinen scheinen geeignet, an diesem Diskurs teilzunehmen? Dieser Band will einen Überblick geben, der die Klärung von Grundlagen mit Gesichtspunkten der Nutzanwendung verbindet.“ – Gottfried Boehm ist einer der führenden deutschsprachigen Bildwissenschaftler, er hat den Begriff des „iconic turn“ geprägt. Seine Frage, was ein Bild sei, hat für nachhaltige Unruhe in der kunsthistorischen Forschung und über ihre Grenzen hinaus gesorgt. Das Seminar vermittelt Einblick in die Anfänge der bildwissenschaftlichen Diskussion, die durch Boehms Herausgabe des Bandes „Was ist ein Bild?“ (München 1994) einen entscheidenden Impuls erhielt.

„100 Spectres“ - Ein künstlerisch-interdisziplinäres Ausstellungsprojekt mit Wasser

Do, 11.45 - 13.15 Uhr, H 304

Dr. Tanja Klemm, Sarah Bildstein

Kommentar: Für ihr aktuelles Ausstellungsprojekt transformiert die Künstlerin Sarah Bildstein 100 Wasserproben aus aller Welt mit Hilfe des chromatographischen Verfahrens zu geronnenen und gleichzeitig fluiden bildlichen Figurationen – zu „100 Spectres“, wie Bildstein sie nennt: zu „schemenhaften Gestalten“ oder „Geistern“.

Globale Ökologie und Naturwissenschaft verklammern sich in dem konzeptuellen Ausstellungsprojekt: Die Proben lässt sich die Künstlerin gleich Boten per Post aus drei Weltregionen zusenden – ein Teil stammt aus wasserknappen Gebieten, ein anderer aus Industrieregionen mit relativ hohem Co2-Ausstoß und der dritte von Inseln, die durch den weltweit ansteigenden Meeresspiegel zu versinken drohen. Die Naturwissenschaft schleust sich in Form der Chromatographie in das Kunstprojekt. Es handelt sich hierbei um ein fundamentales Verfahren der Chemie, das Stoffgemische in seine Bestandteile zerlegt. Wahrnehmbar werden diese Bestandteile durch Färbung. Der griechische Begriff (chroma = Farbe; graphein = schreiben, zeichnen, aufzeichnen) bringt dieses ‚graphische Verfahren‘ auf den Punkt.

Das zweisemestrig angelegte Seminar richtet sich an Bachelor- und MasterstudentInnen aller Semester. Es flankiert das Ausstellungsprojekt der Künstlerin von seiner Entstehungsphase bis zur Ausstellung im Dezember in Konstanz, im Gewölbekeller im Kulturzentrum am Münster. Das Seminar zielt darauf, das theoretische und inhaltliche Wissen der TeilnehmerInnen um praktische Kompetenzen zu erweitern, d.h. den Entstehungsprozess einer Ausstellung aktiv mitzugestalten. Dazu gehören der Erwerb von kuratorischem Know-How, die Mitarbeit bei den Publikationsvorbereitungen ebenso wie Kommunikations-, Recherche- und Vermittlungsarbeiten. Alle erfolgreichen TeilnehmerInnen des Seminars erhalten am Ende ein Zertifikat mit den Leistungen.

Im Sommersemester nähern wir uns dem Element Wasser zunächst aus kunst- und kulturhistorischer Perspektive, wir richten unser Augenmerk auf exemplarische, vorwiegend moderne und zeitgenössische künstlerische Positionen (Wasser als fluides Element, als Motiv, als Medium, als künstlerisches Material, als Untersuchungsgegenstand etc.) und loten, ausgehend von den Begriffen „Visualisierung“ und „Experiment“, das Verhältnis von Kunst und Wissenschaft aus. In einem weiteren, stärker praxisorientierten Schritt, begleiten wir Sarah Bildstein als Co-Teacher ins Labor der Limnologie, setzen uns mit Konzept und Ästhetik der Ausstellung auseinander und diskutieren gemeinsam mit ExpertInnen kuratorische Fragen sowie globalökologische Dimensionen des Projekts. Das Wintersemester steht sodann ganz im Zeichen der nahenden Ausstellungseröffnung, d.h. wir begleiten die kuratorischen Entscheidungen, verfassen Texte und entwickeln und konkretisieren didaktische Vermittlungsformate.

Die Auswahl der TeilnehmerInnen erfolgt über ein kurzes (maximal einseitiges) Motivationsschreiben, das bitte bis 15.03.2019 per Mail einzureichen ist (tanja.klemm@uni-konstanz.de).

Das Kunstmuseum St. Gallen. Konzeption und Umsetzung einer digitalen Führung

Fr, 10.00 – 11.30 Uhr, G 306, 1. Termin 26.04.2019

Prof. Dr. Steffen Bogen

Kommentar: Im Seminar, das in Kooperation mit der Kunstvermittlung des Kunstmuseums St. Gallen durchgeführt wird, werden wir die ständige Sammlung des Museums besuchen und zu ausgewählten Bildern digitale Führungen für Tablets erarbeiten. Die Studienleistung besteht darin, Bausteine für deren Umsetzung zu erstellen.

Das Seminar richtet sich an zwei Zielgruppen, die zusammen Lernteams bilden: Maximal 8 Masterstudierende sind im Rahmen des Moduls Medienpraxis für Konzepte und konkrete Inhalte verantwortlich. Maximal 16 Bachelorstudierende unterstützen sie dabei durch das Verfassen von Stundenprotokollen, durch Literatur- und Bildrecherchen und durch die Kontrolle der korrekt formatierten Datensätze.

Zum Seminar gehören Exkursionen nach St. Gallen (voraussichtlich am 3.5., 10.5. und 5.7.)

Spiegel - Geschichte, Motiv und Metamorphosen in Literatur, Kunst und Medien

Di, 11.45 – 13.15 Uhr, G 421

Prof. Dr. Bernd Stiegler/Dr. Sandra Hindriks

Kommentar: Spiegel bzw. Spiegelungen gehören in Kunst, Literatur und Medien zu den beliebtesten Motiven, wenn es darum geht, Perspektiven zu multiplizieren, die Selbst- und Fremdwahrnehmung zu problematisieren und für das Selbstverhältnis eine Darstellungsform zu finden. Der Spiegel hat daher eine komplexe Geschichte mit vielen Volten und motivischen Verschiebungen, die zumindest teilweise im Seminar vorgestellt und diskutiert werden sollen.

Das westliche Nachdenken über Bilder kreiste beginnend mit Platon in der Philosophie ebenso wie in anderen Disziplinen stets auch um das Spiegelbild. Bereits in der Legende von Narziss, die Leon Battista Alberti 1435 zum Ursprungsmythos der Malerei erklärte, zeugt der Spiegel von der besonderen Bannkraft und dem gefährlichen Täuschungspotential des illusionären Bildes, während er zugleich aber auch als Medium der Selbsterkenntnis fungiert. Wenn der Spiegel in der Renaissance zur „Schlüsselmetapher des europäischen pikturalen Bildes“ (Stoichita) wird, dann nicht allein um kunsttheoretisch als Paradigma vollendeter malerischer Mimesis zu dienen. Als Sinnbild von Vergänglichkeit und Sündhaftigkeit wird er in zahlreichen Werken einerseits ein falsches Sehen thematisieren; andererseits wird das Motiv Künstlern aber auch dazu dienen, über ein erkenntnisstiftendes, imaginierendes bzw. geistiges Sehen und damit ihre eigene künstlerische Schöpferkraft zu reflektieren.

Einsetzend mit der Malerei des 15. Jahrhunderts, reicht der historische Bogen des Seminars bis in die unmittelbare Gegenwart, da auch die Selfie-Mode nicht ausgespart werden soll. Weitere wichtige Etappen sind die Fotografie, die bereits bei ihrer Erfindung als „Spiegel der Natur“ apostrophiert wurde, aber auch die Literatur, wo von der Romantik bis hin zu experimentellen Texten (und Filmen) des Nouveau Roman der Spiegel motivisch eine zentrale Rolle spielt. Der Spiegel ist dabei mehr als nur eine Metapher oder ein beliebtes Motiv: Er fungiert als Metapher, die die Theoriebildung beeinflusst und nachhaltig prägt. Er ist im Sinne Blumenbergs eine „absolute Metapher“, die als behelfsmäßige Darstellung von abstrakten Ideen diese vorstellbar macht und zugleich mitbestimmt.

„The Englishness of English Art“. Zur Geschichte der englischen Kunst 1500-1800

Mi, 15.15 - 16.45 Uhr, H 304

Prof. Dr. Karin Leonhard, Dr. Sandra Hindriks

Kommentar: Die englische Kunst des 18. Jahrhunderts entstand fast aus dem Nichts. In der Tat gibt es so gut wie keine originäre englische Malerei des 17. Jahrhunderts. Künstler, Bilder und Geschmack wurden importiert. Rubens und noch mehr van Dyck setzten die Norm vor allem für das höfische Porträt. Anthonis van Dyck, von 1632 bis zu seinem Tode, 1641, Hofmaler Charles' I. in London, warf noch am Beginn des 18. Jahrhunderts einen überlebensgroßen Schatten, der auf so gut wie jeden englischen Porträtkünstler fiel. Das flämische Vorbild war auch für die Auffassung der englischen Historienmalerei wirksam, erhielt hier jedoch Konkurrenz durch die klassisch italienische Kunst; Raffaels berühmte Kartons befanden sich ebenfalls seit der Regierungszeit Charles' I. in England, aber auch die italienische Barockmalerei stand in hohem Ansehen. Englische Reisende auf ihrer Grand Tour kauften noch das ganze 18. Jahrhundert hindurch alles Italienische, das Bedeutung hatte, von der Renaissance bis zur zeitgenössischen Gegenwart. Für englische Künstler des 18. Jahrhunderts war es ungemein schwer, sich von dieser vom Adel getragenen Geschmacksnorm zu lösen. Der Lösungsprozess soll hier verfolgt werden, der Reihe nach für die Bildgattungen Porträt, Historienmalerei, Genre, Spezialgattungen, Landschaft und Karikatur“ (Werner Busch: „Die englische Kunst des 18. Jahrhunderts“).

Wann also wurde die englische Kunst englisch? Durch die frühe Industrialisierung und die Ausdifferenzierung einer bürgerlichen Gesellschaft entstand im England des 18. Jahrhunderts eine fortschrittliche und eigenständige künstlerische Entwicklung, die nicht zuletzt 1768 in der Gründung der Royal Academy ihren Ausdruck fand. Unser Seminar wird Werner Buschs These einer zunehmenden nationalen und kulturellen Identitätsbildung Englands im 18. Jahrhundert aufgreifen und einer kritischen Revision zu unterziehen. Dabei soll zugleich ein Blick auf die frühe Sammlungsgeschichte geworfen, ferner aber auch die vorangegangene Entwicklung der Kunst in England in der Tudor- und Stuart-Epoche einer näheren Betrachtung unterzogen werden.

Das Seminar wird begleitet von einer sechstägigen Exkursion nach London (nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem Kommentar zur Exkursion) und ist für ExkursionsteilnehmerInnen verpflichtend. Eine Belegung des Seminars ohne London-Besuch ist ebenfalls möglich. Bitte teilen Sie uns im Zuge Ihrer Seminaranmeldung verbindlich mit, ob Sie an der Exkursion teilnehmen möchten oder nicht.

Exkursion

„The Englishness of English Art“. Zur Geschichte der englischen Kunst 1500-1800

Exkursion, gekoppelt an das gleichnamige Hauptseminar, voraussichtlich 22. – 27.07.2019

Prof. Dr. Karin Leonhard, Dr. Sandra Hindriks

Kommentar: Die sechstägige Exkursion nach London schließt an das Hauptseminar „The Englishness of English Art“. Zur Geschichte der englischen Kunst (siehe den dortigen Kommentartext) an, dessen Besuch für alle ExkursionsteilnehmerInnen obligatorisch ist. In den bedeutenden Museen vor Ort (z.B. National Gallery, Tate Britain, Victoria and Albert Museum, British Museum) werden ausgewählte, wichtige Werke unterschiedlicher Bildgattungen, wie z.B. dem Porträt, der Historien-,  Landschafts- und Genremalerei oder der Karikatur, im Original studiert und diskutiert werden, um der Entwicklung der Kunst in England und damit der Frage nach der „Englishness of English Art“ (Nikolaus Pevsner, 1956) epochenübergreifend vertiefend nachzuspüren. Darüber hinaus sollen beim Besuch der oben genannten Museen sowie weiterer wichtiger Sammlungen und Institutionen, wie etwa der Wallace Collection, Dulwich Picture Gallery, Royal Academy oder dem Sir John Soane’s Museum, auch die englische Sammlungsgeschichte und der daran anknüpfende Kunstdiskurs eingehend untersucht werden.

Obligatorische Anmeldung mit Semesterzahl und Motivationsschreiben bei den beiden Dozentinnen, Dr. Sandra Hindriks (sandra.hindriks@uni-konstanz.de) und Prof. Dr. Karin Leonhard (karin.leonhard@uni-konstanz.de).

Die Auswahl der auf 18 Personen beschränkten TeilnehmerInnen erfolgt aufgrund eines kurzen einseitigen Motivationsschreibens, aus dem eventuelle Vorkenntnisse und thematische Interessensschwerpunkte hervorgehen sollen und das bis zum 15.3.2019 einzureichen ist. Die Kosten der Exkursion werden anteilig von der Universität Konstanz übernommen. Der von den TeilnehmerInnen zu leistende Eigenanteil dürfte sich voraussichtlich auf ca. 50 Prozent der Kosten belaufen und wird zu Beginn des Sommersemesters zu erbringen sein. Bei näheren Fragen diesbezüglich können Sie die Dozentinnen kontaktieren.

Forschungskolloquium

Forschungskolloquium Kunstwissenschaft

Forschungskolloquium Kunstwissenschaft *Research Colloquium Art History*

Di, 17.00 - 18.30 Uhr, H 304

Prof. Dr. Karin Leonhard, Prof. Dr. Steffen Bogen, Prof. Dr. Jürgen Stöhr

Kommentar: Das Kolloquium dient der Diskussion von Abschlussarbeiten mit kunst- und bildwissenschaftlichem Bezug. Außerdem werden Forschungsarbeiten von Mitgliedern der Arbeitsgruppe Kunstwissenschaft und von auswärtigen Gästen diskutiert.

Nachweis: Nur für MA - LKM: Vorstellung des Exposés der MA-Arbeit: 6 ECTS

Schlüsselqualifikation

Einfache Webseiten Schritt für Schritt: Eine Einführung in HTML und CSS

Mi, 15.15 - 16.45 Uhr, G 310

Birgit Rucker

Kommentar: Der Umgang mit Content Management Systemen (CMS) wie beispielsweise Typo3 oder Wordpress und Erfahrungen mit Aufbau und Pflege von Blogs sind Anforderungen, die häufig in Praktikums- oder Stellenausschreibungen genannt werden und somit auch für Studierende des Studiengangs LKM eine wichtige Zusatzqualifikation darstellen. Für die rein redaktionelle Arbeit mit diesen Tools sind HTML-Kenntnisse nicht zwingend notwendig, erleichtern aber das Verständnis der Strukturen und der Funktionsweise der damit erstellten und gepflegten Webseiten.

Der Schwerpunkt des Kurses liegt auf der Vermittlung von Grundlagen der „Internetsprache“ HTML und der Gestaltungssprache CSS, mit der das Design von HTML-Befehlen angepasst wird. Dabei wird auch auf die strukturellen Besonderheiten mobiler Webseiten für Smartphones und Tablets eingegangen. Im Rahmen des Kurses entwerfen die Studierenden eigene kleine Webseiten und setzen diese um. (Die Webseiten müssen nicht online veröffentlicht werden!).
Zum Ende des Semesters wird die redaktionelle Arbeit – auch unter Einsatz von HTML – exemplarisch im CMS Typo3 und in einem Wordpress-Blog gezeigt und geübt.