Kunstwissenschaftliche Veranstaltungen im Wintersemester 2017-18

Achtung: Räume und Termine können sich ändern! Schauen Sie bitte immer auch ins Vorlesungsverzeichnis ZEuS.

Kunstwissenschaftliche Lehrveranstaltungen zum Download als pdf.

Anmeldung

Für alle Seminare außer der Einführung gilt die folgende Anmeldeprozedur:
(außer es ist ausdrücklich eine andere Prozedur angegeben)

Obligatorische Anmeldung mit Semesterzahl und Wunschmodul:
1. Anmeldungsslot: 24.07.17 bis 31.07.17
2. Anmeldungsslot: 1.09. bis 02.10.17

Nach dem ersten Anmeldeslot erfolgt eine Zu- oder Absage. Die TeilnehmerInnen werden nicht nach der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldung ausgesucht. Die einzelnen Mails werden nicht bestätigt. Bei einer Absage können Sie sich im 2. Slot für ein anderes Seminar anmelden. Bitte melden Sie sich nur für Seminare an, an denen Sie auch teilnehmen möchten. Eine geringe Anzahl von Plätzen wird für neue MA-StudentInnen und Erasmus-StudentInnen freigehalten.

Vorlesungen

Einführung in die Kunstwissenschaft I (6) *Introduction to Art History I*

Vorlesung, SWS: 4, ECTS: 6, deutsch

Prof. Dr. Karin Leonhard, Prof. Dr. Steffen Bogen, M.A. Sandra Hindriks, Prof. Dr. Jürgen Stöhr

Di 15:15 - 16:45 wöchentlich, Raum A 703 24.10.2017 - 13.02.2018

Diese Veranstaltung bietet im Rahmen des Studiengangs Literatur – Kunst – Medien eine erste systematische Einführung in kunstwissenschaftliche Themengebiete und Fragestellungen. Im Zentrum stehen Methoden der Bildanalyse sowie grundlegende kunst und kulturwissenschaftliche Fragen, die Anschluss an literatur- und medienwissenschaftliche Gegenstände oder Theorieelemente ermöglichen. Die Teilnahme am ergänzenden Tutorium ist obligatorisch.

Nachweis: Klausur

Proseminare

Kandinsky lesen

Prof. Dr. Karin Leonhard

Mittwoch, 10.00-11.30, H 304

Das Seminar untergliedert sich - gemäß der beiden Ausdrucksformen 'Bild' und 'Text' - in zwei Teile: Zum einen soll Kandinskys Werkgenese erarbeitet werden, die mit der Entwicklungsgeschichte der abstrakten Malerei eng verbunden ist. Zum anderen werden die kunsttheoretischen Schriften herangezogen und gründlich abgeklopft, auch: gegen den Strich gelesen. Neben bilddeskriptiven Übungen vor einzelnen Werken steht deshalb vor allem die Diskussion des Verhältnisses von Visualität und Verbalität im Mittelpunkt des Seminars. Folgende Sitzungsthemen werden angeboten: 1) Kandinskys ‚Rückblicke’; 2) Kandinskys ‚Märchen und Erzählungen’; 3) Kandinsky und der Blaue Reiter (‚Über die Formfrage’); 4) Kandinskys ‚geistiges Dreieck’ (‚Über das Geistige in der Kunst’); 5) Kandinsky und Mme Blavatsky (Theosophie); 6) Kandinsky und Rudolf Steiner (Anthroposophie); 7) Kandinsky und Wilhelm Worringer (‚Abstraktion und Einfühlung’); 8) Kandinsky zwischen ‚großer Realistik’ und ‚großer Abstraktion’; 9) Kandinsky und die Musik; 10) Kandinsky auf der Bühne; 11) Kandinsky und der Punkt; 12) Kandinsky und die Linie (und Fläche); 13) Kandinsky zwischen Kunst „und“ Wissenschaft. Das Seminar beinhaltet eine Tagesexkursion in das Lenbachhaus, München.

Nachweis: Referat und Hausarbeit

Bildbeschreibung. Übung vor Originalen

Prof. Dr Karin Leonhard

Mi, 25.10.17, G 306: Vorbereitungstreffen, die weiteren Termine und Tagesziele werden noch bekanntgegeben.

Einübende Bildbeschreibungen vor ausgewählten Originalen und systematische Einführung in die methodischen Grundlagen der Kunst- und Bildwissenschaften. Für Studienanfänger geeignet. Das Seminar findet in den Kunstsammlungen der Stadt Konstanz sowie in der Sammlung Oskar Reinhart, Winterthur, statt und wird zum Teil von Dipl.-Restauratorin Tilly Lasser, Stuttgart, begleitet.

Mythenmalerei im 20. Jahrhundert

Prof. Dr. Jürgen Stöhr

Mittwoch, 13.30 – 15.00 Uhr, Raum G 201

Die bildende Kunst hat sich immer schon mit den großen Mythen-Erzählungen des Abendlands auseinandergesetzt. Seien es die griechisch-römischen, die nordischen, neue Mythologien oder aber Politik- und Kriegs-Mythen, bis zu den Mythen, die die Kunst über sich selbst erzählte, wie die von Narziss, Pygmalion oder vom Mythos des »unsichtbaren Meisterwerks«. Nicht zuletzt heißt eines der größten Bildarchive der deutschen Kunstgeschichte »Prometheus«.

Die Kunstgeschichtsschreibung zu den Avantgarden und zum ästhetischen Modernismus nach dem Zweiten Weltkrieg ist vielleicht selbst ein einziges Geflecht aus selbstgestrickten Mythen – eine Selbstmythologisierung. Aber in den Kunstwerken wurde ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts seltener konkret auf mythologische Themen zurückgegriffen. Lediglich in der figurativen Kunst finden sich immer wieder Ansätze, etwa dann, wenn Georges Braque eine Serie zur »Theogonie« von Hesiod anfertigte oder wenn Pablo Picasso sich mit den »Metamorphosen« des Ovid beschäftigte; oder dann, wenn Cy Twombly den Musen-Berg »Parnass« suchte.

In der Postmoderne treten dann verstärkt Positionen in Erscheinung, die sich mythologischen Identitäts-Erzählungen zuwenden. Dies geschieht aber aus einer eigentümlichen Meta-Position heraus. Dabei sieht es so aus, als befrage diese Kunst die Mythen neu, um Antworten über sich selbst zu suchen. Dabei »bebildert« Frank Stella Moby Dick oder Anselm Kiefer malt die Hermannsschlacht, Michael Borremans imaginiert z.B. nebulös Standbilder einer fiktiven Mythologie und Damien Hirst spielt mit den großen Fragen der Menschheit.

Nachweis: Referat und Hausarbeit

Einführung in die christliche Ikonographie

Sandra Hindriks

Mi, 15.15 – 16.45 Uhr, H 304

Kenntnisse der christlichen Ikonographie sind unerlässlich für die Erschließung religiöser Bildinhalte. Das Seminar möchte nicht nur eine grundlegende Einführung in die wichtigsten Inhalte, Personen und Symbole der christlichen Ikonographie bieten. Anhand exemplarischer Werkanalysen möchte es zugleich einige zentrale Darstellungstraditionen und Entwicklungslinien in der christlichen Kunst des Mittelalters und der Frühen Neuzeit aufzeigen, einen Einblick in die den Bildformulierungen zugrundeliegenden unterschiedlichen Textquellen geben und verschiedene sakrale Bildformen und -konzepte besprechen.

Nachweis: Referat und Hausarbeit/Klausur

Architektur der Moderne. Eine Einführung

Larissa Weiler

Di, 10.00 – 11.30 Uhr, G 305

Vom Londoner Kristallpalast bis zur Elbphilharmonie – dieses Proseminar beschäftigt sich mit der Architektur vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Veränderte gesellschaftliche Bedingungen schaffen veränderte Bauaufgaben, neue Materialien und Technologien ermöglichen eine neue Formensprache. Anhand exemplarischer Bauwerke werden wir die facettenreichen Ideen, Konzepte und Stilelemente dieses Zeitraums entdecken und analysieren.

Nachweis: Referat und Klausur/Hausarbeit

Gold

Prof. Dr. Steffen Bogen

Mo, 11.45 – 13.15 Uhr, H 307

Thema des Seminars ist Gold als ein durch Kunst gestaltetes Material. Einführend werden zwei gegensätzliche Sichtweisen gegenübergestellt: Das Gold als Gegenstand von Mythen (Goldenes Kalb, Goldenes Vlies) und naturwissenschaftliche Theorien, die Gold als schweres chemisches Element beschreiben, das in riesigen Sternkollisionen entstanden ist. In diesem Spannungsfeld werden einige Stationen aus einer breit angelegten Kunstgeschichte des Goldes in verschiedenen Gattungen behandelt (Mosaiken, Glasfenster, Email, Tafelmalerei, Tappiserie): Das Gold als Gewand von „eingekleideten“ Kirchenräumen, Altären, hl. Büchern und Reliquien. Das unter Email und Glas versteckte Gold der Hochgotik und das abgelegte und als Figur reflektierte Gold neuzeitlicher Tafelmalerei und Tappiserien (Jan Gossaert, Nicolas Poussin, Jean Francois de Troy). So soll eine kleine Kunstgeschichte des Goldes erarbeitet werden, die von frühchristlichen Mosaiken bis zum ‚Goldenen Kalb’ von Damien Hirst reicht.

Nachweis: Referat und Klausur/Hausarbeit

Installation + Kooperation = Oswald von Wolkenstein im BildungsTurm

Nike Dreyer, Martin Schneider, Karin Kaiser

Do, 13.30 – 16.45, 14tägig, genaue Termine s. ZEUS, G 201

Oswald von Wolkenstein ist einer der bedeutendsten deutschen Lyriker des späten Mittelalters. Die von ihm in Auftrag gegebenen Handschriften und die überlieferten Porträts aus seiner Lebenszeit stellen eine Seltenheit, im Falle der Bilder ein Unikum für die Literatur des Mittelalters dar. Ein politischer und auch persönlicher Höhepunkt in seinem Leben stellten seine Besuche von Konstanz während des Konzils 1415 und 1418 dar. In seiner Lyrik beschrieb Oswald neben Reisen und sinnlichen Marienpreisliedern reuelos genießerische Sinnesfreuden, die mal zum Tanzen einluden, mal zur poetischen Betrachtung von Sexualität.

Das letzte Jahr des Konziljubiläums der Stadt ist Oswald gewidmet. Unser Beitrag zu den Feierlichkeiten ist die Konzeption und Realisierung einer Ausstellung über das große Oeuvre von Oswald von Wolkenstein. Sie wird vom 1.3. bis zum 8.4.2018 im BildungsTurm Konstanz stattfinden. Ziel ist es, die Dichtung und Musik Oswalds dem Publikum bekannt zu machen und in Auszügen spannend und „erlebbar“ in Szene zu setzen.

Für das Projekt werden wir Lehrenden und Studierenden der Mediävistik, der Kunstwissenschaft und des Kommunikationsdesigns der Universität und der Hochschule Konstanz interdisziplinär zusammenarbeiten.

An der Universität Konstanz wurde das Projekt schon im Sommersemester mit einem germanistischen Seminar begonnen. In diesem Semester gilt es nun für die Studierenden der Germanistik, dieses Fachwissen in das interdisziplinär betreute Projekt mit LKM- und Kommunikationsdesign-Studierenden einzubringen.

Ob die Deutung von Oswalds Oeuvre, die Inszenierung einzelner Lieder im Raum, das Spiel mit Sprache und Schrift, die Bespielung der Ausstellung mit Führungen und Begleitprogramm oder die Begleitbroschüre: bei der Konzeption und Ausgestaltung der Ausstellung sind die Kompetenzen aller Disziplinen gefragt. Es geht darum, gemeinsam inspirierende Lösungen zu entwickeln, Praxiserfahrung zu sammeln und voneinander zu lernen. Lehrende und Studierende der Mediävistik und der Kunstwissenschaft erarbeiten hochschulübergreifend kooperieren wir dazu mit HTWG-Studierenden des Kommunikationsdesigns. In dieser besonderen Gemeinschaftsarbeit werden Sie ihr Fachwissen unter unserer Leitung einbringen und ausbauen können: die Germanist*innen werden Oswalds Oeuvre deuten helfen, die LKMlerinnen ein begleitendes Ausstellungsprogramm kreieren und die Kommunikationsdesigner betten alles passgenau und typographisch in die Ausstellung ein. Alle werden interdisziplinär zusammenarbeiten und selbst Installationen bauen, um die Dichtung und Musik Oswalds in Szene zu setzen.

ACHTUNG VERBINDLICHE TERMINE:

  • Kickoff-Veranstaltung für alle, die nicht am Sommerseminar teilgenommen haben: Donnerstag 19.Oktober 2017, 14 – 17.30 Uhr
  • Donnerstag 15. Februar 2018 ab 14 Uhr kollektiver Organisationsnachmittag im BildungsTurm
  • Anwesenheit in Konstanz zur Einteilung beim Aufbau zwischen 15. Februar und 1. März 2018
  • Abbau Ausstellung nach dem 08.04.

Für die Studierenden der Universität wird es 40 Plätze geben. Die Germanistikstudierenden, die letztes Semester schon dabei waren, werden bevorzugt einen Platz erhalten und müssen nicht zur Sitzung in der Einführungswoche kommen. Alle anderen, neuen Studierenden der Germanistik, LKM und der FH sind ebenfalls willkommen und müssen ab dem 19.10.2017 teilnehmen. Die unterschiedlichen Vorlesungszeiten bringen es mit sich, dass wir uns ab diesem Datum zu Doppelsitzungen treffen werden. Dafür werden Sie ab Januar 2018 dann selbstbestimmt ihre jeweiligen Projekte weiterführen können.

Studienleistung: aktive Teilnahme und Vorbereitung der Ausstellung

Prüfungsleistung: schriftliche Reflexion Ihrer Installation und Vermittlungsarbeit

Interessierte werden gebeten sich über ILIAS bis zum 01.10.2017 anzumelden.

Dem allerdurchlauchtigsten Herrn Maximilian“ – Bücher für den Kaiser "

Dr. Anja Eisenbeiß

Mo, 13.30 – 15.00 Uhr, H 305

An der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert sind handgeschriebene und gedruckte Bücher gleichermaßen verbreitet. Zudem existieren Mischformen: gedruckte Bücher mit gemalten Bildern und Manuskripte mit druckgraphischen Illustrationen. Im Umfeld Kaiser Maximilians I. (1459-1519) lässt sich eine rege Buchproduktion verfolgen, die so unterschiedliche Werke wie Gebet- und Lehrbücher, historische Abhandlungen, Genealogien, Inventare und Romane umfasst. Dabei legt Maximilian besonderen Wert darauf, die Werke mit gemäl und schrift, also mit Bild und Text zu versehen und beschäftigt die führenden Maler seiner Zeit: Dürer und Burgkmair, Altdorfer und Cranach.

Das Seminar gibt am Beispiel der maximilianischen Buchproduktion einen Einblick in unterschiedliche Buchgattungen und Illustrationsformen. Neben kodikologischen Fragen, die bei einer Tagesexkursion nach Stuttgart an Originalen diskutiert werden, steht die Analyse von Werken der Buchmalerei im Zentrum. Dabei werden Bild-Text Fragen ebenso behandelt wie solche nach der Funktion der Bücher und ihrem Publikum. Das Seminar eignet sich sowohl für Studierende im Bachelor-wie Masterstudium.

Nachweis: Referat und Hausarbeit/Klausur

Haupt/Oberseminare

Kandinsky lesen

Prof. Dr. Karin Leonhard

Mittwoch, 10.00-11.30, H 304

Das Seminar untergliedert sich - gemäß der beiden Ausdrucksformen 'Bild' und 'Text' - in zwei Teile: Zum einen soll Kandinskys Werkgenese erarbeitet werden, die mit der Entwicklungsgeschichte der abstrakten Malerei eng verbunden ist. Zum anderen werden die kunsttheoretischen Schriften herangezogen und gründlich abgeklopft, auch: gegen den Strich gelesen. Neben bilddeskriptiven Übungen vor einzelnen Werken steht deshalb vor allem die Diskussion des Verhältnisses von Visualität und Verbalität im Mittelpunkt des Seminars. Folgende Sitzungsthemen werden angeboten: 1) Kandinskys ‚Rückblicke’; 2) Kandinskys ‚Märchen und Erzählungen’; 3) Kandinsky und der Blaue Reiter (‚Über die Formfrage’); 4) Kandinskys ‚geistiges Dreieck’ (‚Über das Geistige in der Kunst’); 5) Kandinsky und Mme Blavatsky (Theosophie); 6) Kandinsky und Rudolf Steiner (Anthroposophie); 7) Kandinsky und Wilhelm Worringer (‚Abstraktion und Einfühlung’); 8) Kandinsky zwischen ‚großer Realistik’ und ‚großer Abstraktion’; 9) Kandinsky und die Musik; 10) Kandinsky auf der Bühne; 11) Kandinsky und der Punkt; 12) Kandinsky und die Linie (und Fläche); 13) Kandinsky zwischen Kunst „und“ Wissenschaft. Das Seminar beinhaltet eine Tagesexkursion in das Lenbachhaus, München.

Nachweis: Referat und Hausarbeit

Kunst und Architektur der Weltausstellungen

Prof. Dr. Jürgen Stöhr

Mi, 17.00 – 18.30 Uhr, G 306

Der Kunsthistoriker und Bildwissenschaftler Peter Geimer beschrieb die großen Weltausstellungen des neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts einmal wie folgt: Sie »erscheinen in ihrer Verbindung aus kommerzieller Leistungsschau, Vergnügungspark und Manifestation kolonialer Machtansprüche wie Testläufe einer frühen Globalisierung. Ursprünglich konzipiert als Fachmessen für Hersteller und Händler, wurden sie rasch zu spektakulären Großveranstaltungen, auf denen aus allen Weltteilen eingeschiffte Handwerker und Künstler das Schauspiel ihrer Kultur aufführten«.

Das Seminar widmet sich ausgewählten Aspekten verschiedener Weltausstellungen. Dabei werden in erster Linie die jeweiligen künstlerischen und architektonischen Highlights unter die Lupe genommen und kontextualisiert. So etwa der »architektonische Parcours« des frz. Architekten Charles Garnier, der für die Weltausstellung 1889 die „Geschichte der menschlichen Behausung“ (B. Wyss) inszenierte – von den Urmenschen bis zum Pariser Wahrzeichen, dem eigens erbauten Eiffelturm. Später folgten zum Beispiel Mies van der Rohes »Barcelona Pavillon« (1929), Iannis Xenakis ‚prä-dekonstruktivistischer’ Phillips-Pavillon, der eine spektakuläre Multi-Media-Show beinhaltete (1958) oder auch das »Habitat 67«-Projekt von Mosche Safdie (1967).

Nachweis: Referat und Hausarbeit/Klausur

Betrachten, Verbergen, Begehren. Die Sichtbarkeit der Kunst in Florenz

Dr. Fabian Jonietz

Mo, 29.01.2018, 8.15 – 13.15 Uhr, D 435: Vorbereitungstreffen
Das Seminar findet vom 16.04.18 – 21.04.18 in Florenz statt, gehört aber zum Wintersemester.

Florenz, die "Stadt der guten Augen und der bösen Zungen", zählt mit den hier aktiven Künstlern nicht nur zu den wichtigsten Zentren der europäischen Renaissance. Gerade hier bildet sich zugleich schon früh eine differenzierte, volkssprachliche Diskurslandschaft heraus, in der Bildwerke auch von Laien intensiv besprochen und beurteilt werden. Ein in der Forschung dabei oft etwas vernachlässigter Aspekt ist die grundsätzliche Frage, wie zugänglich bestimmte Bildobjekte zum Zeitpunkt ihrer Rezeption waren, und welche unterschiedlichen Folgen eingeschränkte Sichtbarkeiten oder – umgekehrt – die ostentative Präsentation in der Öffentlichkeit für die Bewertung und Wertschätzung von Kunstwerken haben.

Im Rahmen des Seminars wird dieses Problem anhand wichtiger Beispiele vor Ort untersucht. Dabei werden einerseits historische Quellen zur Rezeptionspraxis berücksichtigt, andererseits soll durch weitere, eng mit dem Seminarthema verknüpfte Aspekte ein umfassenderes Gesamtbild der frühneuzeitlichen Adressierung und Betrachtung von Kunstwerken gewonnen werden. Als Stichworte seien genannt: Die Zusammenhänge dieser Fragen mit den divergenten Funktionen der Kunstwerke, mit der Auftraggeberschaft und Geschichte der Sammlungen, den Praktiken des Ver- und Enthüllens in sakralen und profanen Kontexten, der Ephemeralität von Festapparaten, sowie mit Konzepten des ‘Öffentlichen’ und ‘Privaten’ in der Vormoderne.

Nachweis: Referat und Hausarbeit/Klausur

Dem allerdurchlauchtigsten Herrn Maximilian“ – Bücher für den Kaiser "

Dr. Anja Eisenbeiß

Mo, 13.30 – 15.00 Uhr, H 305

An der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert sind handgeschriebene und gedruckte Bücher gleichermaßen verbreitet. Zudem existieren Mischformen: gedruckte Bücher mit gemalten Bildern und Manuskripte mit druckgraphischen Illustrationen. Im Umfeld Kaiser Maximilians I. (1459-1519) lässt sich eine rege Buchproduktion verfolgen, die so unterschiedliche Werke wie Gebet- und Lehrbücher, historische Abhandlungen, Genealogien, Inventare und Romane umfasst. Dabei legt Maximilian besonderen Wert darauf, die Werke mit gemäl und schrift, also mit Bild und Text zu versehen und beschäftigt die führenden Maler seiner Zeit: Dürer und Burgkmair, Altdorfer und Cranach.

Das Seminar gibt am Beispiel der maximilianischen Buchproduktion einen Einblick in unterschiedliche Buchgattungen und Illustrationsformen. Neben kodikologischen Fragen, die bei einer Tagesexkursion nach Stuttgart an Originalen diskutiert werden, steht die Analyse von Werken der Buchmalerei im Zentrum. Dabei werden Bild-Text Fragen ebenso behandelt wie solche nach der Funktion der Bücher und ihrem Publikum. Das Seminar eignet sich sowohl für Studierende im Bachelor-wie Masterstudium.

Nachweis: Referat und Hausarbeit/Klausur

Illusion, Repräsentation, Reflexion – Malerei und Kunsttheorie im 17. Jahrhundert

Sandra Hindriks

Di, 13.30 – 15.00 Uhr, H 307

Künstler und Kunsttheoretiker haben im 17. Jahrhundert intensiv über das gemalte Bild und seine Potenziale nachgedacht, so etwa im Stilleben und Trompe l’oeil, durch Bild im Bild-Verweise, Ausstellung des Malakts, etc. Das Seminar wird in exemplarischen Werkanalysen italienischer, niederländischer und spanischer Malerei, aber auch in Auseinandersetzung mit der Kunstliteratur der Zeit diesen Bild-Diskursen nachspüren.

Nachweis: Referat und Hausarbeit/Klausur

Der Maler als Filmregisseur – Filme über Maler

Dr. Bruno Grimm/Sandra Hindriks

Fr, 13.30 – 16.45 Uhr, vierzehntägig, H 306
27.10.17 Einführungssitzung mit Themenvergabe, 10.11., 17.11., 24.11., 08.12., 12.01.18, 26.01., 09.02. Die Termine der Filmreihe werden noch bekanntgegeben

Das Seminar möchte sich dem Wechselspiel zwischen Film und Malerei widmen, indem es in exemplarischen Werkanalysen das Filmgenre des Künstlerfilms, d.h. Filme über fiktive oder reale Maler und deren Gemälde, aber auch Filme von bildenden Künstlern oder Regisseuren, welche eine starke Auseinandersetzung mit Malerei aufweisen, näher in den Blick nimmt. Wie werden in der intermedialen Begegnung Unterschiede, Abhängigkeiten und Gemeinsamkeiten der beiden Medien ausgelotet? Wie werden Bilder verschiedener Kategorien (Gemälde, Tableau vivant, Filmbild) zusammengeführt? Wie inszeniert der Film den Malakt und das unbewegte gemalte Bild, d.h. Produktion und Ästhetik der Malerei? Und welche Aussagen trifft das neue, bewegte Medium im Medienvergleich über sich selbst?  Diesen und weiteren Fragen gilt es nachzuspüren.

Begleitend zum Seminar ist in Kooperation mit dem Zebra-Kino eine Filmreihe geplant, bei der ausgewählte Filme der Öffentlichkeit gezeigt und von den Studierenden den Besuchern einführend vorgestellt werden.

Interessenten/innen können bei der Anmeldung zum Seminar gerne eigene Filmvorschläge einbringen.

Nachweis: Referat und Hausarbeit/Klausur

Gold

Prof. Dr. Steffen Bogen

Mo, 11.45 – 13.15 Uhr, H 307

Thema des Seminars ist Gold als ein durch Kunst gestaltetes Material. Einführend werden zwei gegensätzliche Sichtweisen gegenübergestellt: Das Gold als Gegenstand von Mythen (Goldenes Kalb, Goldenes Vlies) und naturwissenschaftliche Theorien, die Gold als schweres chemisches Element beschreiben, das in riesigen Sternkollisionen entstanden ist. In diesem Spannungsfeld werden einige Stationen aus einer breit angelegten Kunstgeschichte des Goldes in verschiedenen Gattungen behandelt (Mosaiken, Glasfenster, Email, Tafelmalerei, Tappiserie): Das Gold als Gewand von „eingekleideten“ Kirchenräumen, Altären, hl. Büchern und Reliquien. Das unter Email und Glas versteckte Gold der Hochgotik und das abgelegte und als Figur reflektierte Gold neuzeitlicher Tafelmalerei und Tappiserien (Jan Gossaert, Nicolas Poussin, Jean Francois de Troy). So soll eine kleine Kunstgeschichte des Goldes erarbeitet werden, die von frühchristlichen Mosaiken bis zum ‚Goldenen Kalb’ von Damien Hirst reicht.

Nachweis: Referat und Klausur/Hausarbeit

Masterseminar

Randfiguren Masterseminar

Prof. Dr. Juliane Vogel/Prof. Dr. Steffen Bogen

Mo, 15.15 – 16.45 Uhr, H 306

Das Seminar wird sich an ausgewählten Beispielen aus Literatur und Kunst mit Rand- und Nebenfiguren beschäftigen. Es befasst sich mit der Rolle derjenigen, die nicht im Zentrum eines Bildes oder einer Handlung stehen, dieses Zentrum jedoch durch ihre Anwesenheit in unauffälliger Weise mitbestimmen. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf die, die „auch da sind“, und die, auch wenn sie nur Nebenrollen spielen, nicht fehlen könnten, ohne die Anordnung in ihren Grenzen insgesamt zu verändern. Texte, Gattungen, Bilder und ganze Bildsysteme werden als Figuration über ihre Neben- und Randfiguren erschlossen, die mehr oder weniger stille Relationen zwischen Außen und Innen, Rand und Zentrum stiften. Ihre Stellung soll von ausgeschlossenen und negativ markierten Figuren ebenso unterschieden werden, wie von starken Schwellenwesen, die die Aufmerksamkeit als Grenz- und Mittlerfiguren auf sich ziehen. Stattdessen werden mit Rand- und Nebenfiguren eher Strategien der Ablenkung, Dezentrieriung, Spaltung, Pluralisierung und Zerstreuung hinterfragt. Das Phänomen soll in historischer Breite betrachtet werden, in der Kunst ab 1200 in der Literatur mit einem Schwerpunkt auf dem 19. Jahrhundert. Beispiele aus der bildenden Kunst werden sich auf ganze Gattungen wie hochgotische Bildsysteme, Perspektivbilder oder Hängungsprinzipien in vormodernen Gemäldegalerien beziehen. Innerhalb der Paradigmen wird es aber auch um starke Wendungen gehen, wie sie die Malerei von Giotto, Carpaccio, Velazquez oder Courbet markieren. Die Textbeispiele setzen bei Shakespeare an, berühren die literarische Figur des Parrhesiasten und beziehen den modernen Roman ein.

Nachweis: Referat und Hausarbeit, Referat oder forschungsorientierte Hausarbeit je nach PO

Forschungskolloquium

Forschungskolloquium Kunstwissenschaft *Research Colloquium Art History*

Prof. Dr. Karin Leonhard, Prof. Dr. Steffen Bogen, Prof. Dr. Jürgen Stöhr

Di 17:00 - 18:30, H 304

Das Kolloquium dient der Diskussion von Abschlussarbeiten mit kunst- und bildwissenschaftlichem Bezug. Außerdem werden Forschungsarbeiten von Mitgliedern der Arbeitsgruppe Kunstwissenschaft und von auswärtigen Gästen diskutiert.

Nachweis: Nur für MA LKM: Vorstellung des Exposés der MA-Arbeit: 6 ECTS

Schlüsselqualifikation

HTML Grundlagen für einfache Webseiten, CMS, Blogs & Co.(SQ3)

Birgit Rucker

Mi 15.15 - 18:30 vierzehntägig, G 310

Der Umgang mit Content Management Systemen (CMS) wie beispielsweise Typo3 und Erfahrungen mit Blogs sind Anforderungen, die häufig in Praktikums- oder Stellenausschreibungen genannt werden und somit auch für Studierende des Studiengangs LKM eine wichtige Zusatzqualifikation darstellen. Für die rein redaktionelle Arbeit mit diesen Tools sind HTML-Kenntnisse nicht zwingend notwendig, erleichtern aber das Verständnis der Strukturen und der Funktionsweise der damit erstellten und gepflegten Webseiten.

Der Schwerpunkt des Kurses liegt auf der Vermittlung von Grundlagen der „Internetsprache“ HTML und der Gestaltungssprache CSS, mit der das Design von HTML-Befehlen angepasst wird. Im Rahmen des Kurses entwerfen die Studierenden eigene kleine Webseiten und setzen diese um. (Die Webseiten müssen nicht online veröffentlicht werden!) Zum Ende des Semesters wird die redaktionelle Arbeit – auch unter Einsatz von HTML – exemplarisch im CMS Typo3 und in einem Wordpress-Blog gezeigt und geübt.

Bemerkung: Der Kurs richtet sich an Einsteiger mit keinen oder wenigen Vorkenntnissen. Die Teilnehmerzahl ist aufgrund der Raumausstattung auf 19 begrenzt, die Kursplätze werden nach Ende des Anmeldezeitraums per Zufallsverfahren vergeben.

Anmeldung bitte bis zum 15.10.2016 mit Angabe von Matrikel-Nummer, Semesteranzahl und 9Studiengang (BA/MA) per Mail an birgit.rucker@uni-konstanz.de.

Nachweis:

Voraussetzungen für 3 Credits:

  • Regelmäßige Kursteilnahme
  • Regelmäßige Abgabe der wöchentlichen Hausaufgaben
  • Erfolgreicher Abschluss einer eigenen Projektarbeit in Form einer Webseite (diese muss nicht online veröffentlicht werden!)

Praxisseminar: Vom Konzept zur fertigen Webseite – Entstehung einer online-Führung im LKM Online Tour Guide (OTG)

Birgit Rucker

Mi, 15.15 – 18.30, vierzehntägig, G 310

In Projektseminaren werden die Objekte erarbeitet, Texte für die Online Präsentation geschrieben und geeignetes Bildmaterial zusammengestellt, die dann anschließend – bisher ohne studentische Mitarbeit – in die Webseite übernommen werden. Im Sommersemester 2017 wurde unter Leitung von Prof. Dr. Steffen Bogen das Freiburger Münster erschlossen, ein weiteres Seminar unter Leitung von Larissa Weiler beschäftigte sich mit Konstanzer Architektur.

Im Rahmen des Praxisseminars sollen nun die Ergebnisse dieser beiden Projektseminare erstmalig unter studentischer Mitarbeit in die Webseite des Online Tour Guides integriert werden. Dazu werden wir zunächst die Ergebnisse der Seminare sichten, diese thematisch gruppieren und strukturieren und so den Aufbau der beiden Projektseiten festlegen.

Im weiteren Verlauf werden wir je nach den vorhandenen Kenntnissen der Seminarteilnehmer Kompetenzteams bilden, die sich mit der Überarbeitung des Bildmaterials, der Optimierung von Texten, der Umsetzung der HTML-Seiten und weiteren Arbeitsschritten beschäftigen.

Ziel des Kurses ist es, bis zum Ende des Semesters die Inhalte der beiden Projektseminare „Freiburger Münster“ und „Architektur in Konstanz“ vollständig in den Online Tour Guide einzupflegen und für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen.

Nachweis:

Voraussetzungen für 3 Credits:

  • Regelmäßige Kursteilnahme
  • Erfolgreicher Abschluss einer praktischen Projektaufgabe aus den Bereichen Bildbearbeitung, HTML, Textstrukturierung etc.