Veranstaltungen der Kunstwissenschaft im Sommersemester 2018

Achtung: Räume und Termine können sich ändern! Schauen Sie bitte immer auch ins Vorlesungsverzeichnis ZEuS.

Kunstwissenschaftliche Lehrveranstaltungen zum Download als pdf.

Anmeldung

Für alle Seminare außer der Einführung gilt die folgende Anmeldeprozedur:
(außer es ist ausdrücklich eine andere Prozedur angegeben)

Obligatorische Anmeldung mit Semesterzahl und Wunschmodul:
1. Anmeldungsslot: 06.02.18 bis 08.03.18
2. Anmeldungsslot: 26.03.18 bis 11.04.18

Nach dem ersten Anmeldeslot erfolgt eine Zu- oder Absage. Die TeilnehmerInnen werden nicht nach der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldung ausgesucht. Die einzelnen Mails werden nicht bestätigt. Bei einer Absage können Sie sich im 2. Slot für ein anderes Seminar anmelden. Bitte melden Sie sich nur für Seminare an, an denen Sie auch teilnehmen möchten. Eine geringe Anzahl von Plätzen wird für neue MA-StudentInnen und Erasmus-StudentInnen freigehalten.

Vorlesungen

Einführung in die Kunstwissenschaft II *Introduction to Art History II*

Vorlesung, SWS: 4, ECTS: 6, deutsch

Prof. Dr. Steffen Bogen, Prof. Dr. Jürgen Stöhr

Di 15:15 - 16:45 wöchentlich Raum A 703

Die Lehrveranstaltung gibt eine problemorientierte Einführung in die Kunstgeschichte an exemplarischen Beispielen von der Antike bis zur Gegenwart. In diesem Semester steht die Frage nach „Grund“ und „Feld“ im Zentrum. Die Begriffe werden über die Technik und Materialität der Werke, ihre Sichtbarkeiten, sowie das Hervortreten und Verschwinden von Figuren eingeführt. Wenn wir nach „imperialen Feldern“ oder „sakralem Grund“ fragen, nach Aufgaben der Figuration oder Defiguration, sollen auch historische Verschiebungen zwischen ästhetischen und sozialen Dimensionen der Werke deutlich werden.

Kunst- und Medientheorien *Art and Media Theory*

Theorievorlesung für MA

Prof. Dr. Isabell Otto, Prof. Dr. Steffen Bogen

Di, 10.00 – 11.30 Uhr , Raum G 308

Die Vorlesung widmet sich theoretischen Basistexten der Kunst- und Medienwissenschaft, die anwendungsorientiert diskutiert werden. Die Textauswahl kreist um Fragen der Zeitlichkeit und Prozesshaftigkeit medialer Bilder. Gelesen werden u.a. Texte von Roman Jakobsen, Charles Sanders Peirce, Maurice Merleau-Ponty, Alfred North Whitehead, Henri Bergson, Gilles Deleuze, Algirdas- Julien Greimas, Jacques Derrida, Jean-Luc Nancy, Gregory Bateson, Bruno Latour … . Die Anwendungsbeispiele werden verschiedenen kunst-, kultur und medienhistorischen Feldern entnommen und sollen überraschende Querverbindungen aufzeigen und die Reichweite der Überlegungen verdeutlichen.

Proseminare

Das Konstanzer Münster und seine Ausstattung

Prof. Dr. Steffen Bogen

Montag, 15.15 – 16.45 Uhr, Raum: H 307

Das Seminar erschließt das Konstanzer Münster in seinen verschiedenen Altersstufen und herausragenden Ausstattungsstücken für den LKM online tour guide.

Es richtet sich an zwei Zielgruppen, die zusammen Lernteams bilden:
Masterstudierende erarbeiten im Rahmen des Moduls Medienpraxis Inhalte, die auf der Website veröffentlicht werden. Sie zeichnen verantwortlich für die Texte, die dabei erstellt werden.
Bachelorstudierende unterstützen sie durch Literatur- und Bildrecherche, durch das Verfassen von Stundenprotokollen und durch Korrekturlesen der Texte.

Einführung in die Geschichte der modernen Malerei von 1945 bis in die Gegenwart.

Prof. Dr. Jürgen Stöhr

Mi, 15.15 – 16.45 Uhr, H 307

Das Proseminar soll einen Einblick über die neuere Geschichte der Malerei ab dem Ende des Zweiten Weltkriegs geben. Einerseits werden dabei maßgebliche Positionen und Strömungen in ihren Entwicklungen und Folgen beobachtet. Anderseits sollen aber auch immer wieder entscheidende Einzelwerke einer eingehenden Bildanalyse unterzogen werden. Dabei geht es darum, der Tatsache Rechnung zu tragen, dass Kunstgeschichte sich am sinnvollsten aus der ästhetischen Erfahrung der Einzelwerke konstituieren lässt, statt gängigen Überblicksdarstellungen zu folgen. Einen Schwerpunkt der Diskussion wird die »Epochenschwelle« innerhalb der Moderne bilden: Der Paradigmenwechsel vom Modernismus zur Postmoderne, der auch die Gegenwartsmalerei bis heute maßgeblich beeinflusst.

Die Leistungsanforderungen werden in der ersten Sitzung erläutert. Eine Klausur ist nicht möglich.

Pier Paolo Pasolini. Eine Einführung in seine Filme.

Dr. Bruno Grimm

Freitag, 14tägig, 13:30 bis 16.45 Uhr. 1. Termin: 20.04.18, Raum H 307

Pasolini wird gerne als der intellektuelle Gesellschaftskritiker Italiens par excellence verstanden. Der studierte Kunsthistoriker verfasste Romane, Gedichte, politische und sozialkritische Schriften, Theaterstücke und Drehbücher. Der Gesellschaftskritiker thematisierte mit seinem ersten Film "Accattone - wer nie sein Brot mit Tränen aß" das Leben in den italienischen Borgate, den Alltag der Slums vor Rom. Ebenso verfilmte der überzeugte Marxist mit "Das 1. Evangelium nach Matthäus" die Passionsgeschichte. Anhand der Analyse und Interpretation ausgewählter Schriften und Filme Pasolinis soll ein Zugang zum Universum Pasolini ermöglicht werden.

Malerei und Skulptur der nordalpinen Renaissance

Dr. Sandra Hindriks

Mittwoch, 10.00 – 11.30 Uhr, Raum D 301

Vornehmlich an Studienanfänger gerichtet, möchte das Seminar einen Überblick über die Entwicklung der Kunst nördlich der Alpen im 15. und frühen 16. Jahrhundert geben. Dabei richtet sich der Fokus einerseits auf die Malerei, welche sich in dieser Zeit infolge neuer technischer Innovationen, wie der Erfindung der Ölmalerei, und unter dem Einfluss des Humanismus durch Erweiterung des Themenspektrums (z.B. Mythologie, Akt, Porträt, Landschaftsmalerei) und durch Ausprägung einer neuen Kunsttheorie in bedeutender Weise veränderte. Andererseits soll auch die Gattung der Skulptur näher in den Blick genommen werden, die gleichsam zahlreiche wichtige Neuerungen erfuhr. Geografisch wird das Interesse dabei primär der Kunst der Niederlande und Deutschlands gelten: Als wichtige zu besprechende Vertreter der Malerei sind Jan van Eyck, Rogier van der Weyden, Hieronymus Bosch, Joachim Patinier, Albrecht Dürer oder Hans Holbein zu nennen. Unter den Bildhauern sind u.a. Claus Sluiter, Conrad Meit, Veit Stoss oder Tilman Riemenschneider hervorzuheben. In exemplarischen Werkanalysen sollen unterschiedliche Themen und Funktionskontexte von Malerei und Skulptur vorgestellt und Einblicke in Materialien und Techniken vermittelt werden. Ferner möchte der Kurs eine Einführung in die fachspezifische Terminologie bieten und mit den Studierenden das vergleichende Sehen und Beschreiben von zwei- und dreidimensionalen Kunstobjekten einüben.

Kunst und Kult. Bildpraktiken zwischen 1400 und 1600 nördlich und südlich der Alpen

Dr. Tanja Klemm

Do, 14tägig, 13.30 – 16.45 Uhr, Raum H 304

In seiner für die kunstgeschichtliche Forschung nach wie vor grundlegenden Studie „Bild und Kult“ (1990) konstatiert Hans Belting für das Zeitalter der Renaissance eine Krise des alten Bildes und seine Neubewertung als Kunstwerk. Eine bis heute anhaltende „Ära der Kunst“, durchzogen von autonomen Künstlersubjekten und ausgestattet mit einem eigenen Diskurs, löse zu jener Zeit eine dem personalen Bildniskult verpflichtete „Ära des Bildes“ ab.

In dem Seminar geht es darum, diese Narration der Ablösung zu hinterfragen und unterschiedliche Formen des Ineinandergreifens von ‚Kunst und Kult’ im Zeitraum zwischen 1400 und 1600 auszuloten. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Phänomen ‚wundertätiger Bilder’, deren (meist marianische) Kulte gerade in jener Zeit nördlich und südlich der Alpen florieren. In diesem schillernden Phänomen verdichten sich die bildpraktischen (und bildtheoretischen) Fragen um das Verhältnis von Kunst und Kult, die uns interessieren. Sie berühren künstlerische Auseinandersetzungen mit ‚wundertätigen Bildern’ ebenso wie materialästhetische und ‚bildmagische’ Fragen, Formen des Umgangs, der sinnlichen Wirkung und Wahrnehmung (Sehen, Berühren, Heilen), das Verhältnis Bild, soziale und ästhetische Praxis (Votivpraktiken, Rituale, Feste, diskursive Praktiken etc.) oder ikonoklastische Tendenzen in der Zeit. In jeder Sitzung spielen wir diese Themen an konkreten Orten und Bildwerken durch, die uns u.a. nach Rom, Florenz, Livorno, Mantova, Venedig oder Regensburg führen. Als textliche Grundlage dienen uns Traktate der Kunstliteratur, der Naturphilosophie, Medizin und Theologie.

Face to Face

Lenka Stolárová

Fr, 11.00 – 15.30, alle 3 Wochen, erster Termin 20.04.18, Raum Y 310

The course is concerned with research that includes a summary mapping and an assessment of the creation of portraits produced mainly on the territory of the Habsburg monarchy wherein not only the city of Constance but the entire Bodensee region resonates—from the late 16th until the end of the 18th century, as an important instrument of societal representation in the European context. Emphasis is laid upon the integration of Constance and the Bodensee region into the above Imperial conglomerate. The concept of the course will operate with interrelationships of cultural history wherein the portraits came into existence, and will examine the societal functions of the portrait in connection with the reflection of the individual world of ideas and notions, as well as the societal status of the sitter on the one hand and the social as well as artistic conventions on the other hand.

Past studies of portraiture laid stress mainly upon the chronological trends perceived to exist in portrait development and upon evaluations of the artistic quality thereof. The cultural-history background of portrait production—the artwork in its connotations of the period—had not, unlike today, constituted a central, pivotal topic of portrait research. The portrait paintings produced to order were primarily related to the individual artists' works and less to those who had been the order parties of these works of art—although it was these clients' requirements that had directly shaped the specifics of each of these portraits.

In addition to the functions of the portrait already mentioned, an exhibition will also be held operating with portrait iconology, aiming to reflect the issues of what was regarded as the "correct" way of painting a portrait (the stressful ambiance where notions oscillated and vacillated from the truest possible to an ideal figuration). The suggested art-history and cultural-history issues put forward by the course will be reflected within the framework of the various thematic scopes. The research (the seminar) locations will include the archives, the museum, and the Constance gallery.

Thematic scopes:

  • The state (and 'official') portrait—the painters active at rulers' courts; the ideas of majesty, grandeur and magnificence; the heraldic portrait; the function of the ruler's or state portrait; the ruling family portraiture
  • The historic portrait (costumes; allegories)
  • The church—portraits of prelates and members of monastic orders; abbot cycles (fictional portraits)
  • The aristocracy—ancestry galleries; representations of individuals; family and lineage; the courts of the nobility and its members; family portraits
  • The child portrait
  • Remembering the deceased (stock, lineage, ancestry memories; epitaphs)
  • The pillars of society—the intellectuals and educated persons; the town patriciate
  • The artist—self-portraits and fellow painters' portraits; the portraits of 'friends'; the artist's position in society
  • The role of donors (the sacral identification portrait).

Haupt/Oberseminare

Räume für die Kunst – Museumsarchitektur exemplarisch. Das Kunsthaus Bregenz (1997).

Prof. Dr. Jürgen Stöhr

Mittwoch, 11.45 – 13.15 Raum G 201

»Das Kunsthaus steht im Licht des Bodensees. Sein Körper ist aus Glasplatten, Stahl und einer Steinmasse aus gegossenem Beton gebaut, die im Innern des Hauses Struktur und Raum bildet. Von außen betrachtet wirkt das Gebäude wie ein Leuchtkörper...« (Peter Zumthor, Architekt)

Im Mittelpunkt der Veranstaltung befindet sich das von Peter Zumthor 1997 errichtete Kunsthaus Bregenz (KUB). Das Seminar ist als ein Kooperationsprojekt mit dem KUB angedacht und besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil, den regulären Seminarsitzungen an der Uni-Konstanz, werden wir uns mit grundlegenden Aspekten ausgewählter Museumsarchitektur des 20. und 21. Jahrhunderts beschäftigen. Dabei wird vor allem auch das Wechselverhältnis von Kunst, Raum und Besucher/innen eine entscheidende Rolle spielen.

Der zweite Teil des Seminars besteht aus einem zweitägigen Workshop am Kunsthaus Bregenz, inkl. einer Übernachtung. Hier werden wir die Gelegenheit bekommen, uns intensiv vor Ort mit dem Baukörper, den Räumen, der Kunst und auch der Museumsdidaktik zu beschäftigen. Projektaufgabe wird sein, sich in Gruppen mit dem Bereich der Kunstvermittlung auseinanderzusetzen: Wie vermittle ich die Architektur an unterschiedliche Besuchergruppen? Was sind die Besonderheiten des Gebäudes? Welche Medien gibt es diese zu vermitteln? Die KUB Mitarbeiterinnen Mag. Mareile Halbritter und Barbara Straub M.A. aus der Abteilung Kunstvermittlung & Veranstaltungen begleiten uns dabei konzeptionell und inhaltlich.

Im Anschluss werden diese entstandenen Themen in Heimarbeit weiter ausgearbeitet. Das Seminar endet mit einer gemeinsamen benoteten Abschlusspräsentation der Ergebnisse am 11.7.2018. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt.

Spielkarten

Prof. Dr. Karin Leonhard/ Prof. Dr. Steffen Bogen

Mi, 15:15 – 16:45 Uhr, Raum H 304

Spielkarten / Playing Cards

Im Mittelpunkt des Seminars steht die Frage nach der Gestaltung von Spielkarten, die nicht von der Frage nach ihrer Funktion im Kartenspiel gelöst werden soll. Mit Spielkarten wird das Prinzip der verdeckten Information in den Bereich der „Tischspiele“ eingeführt. Karten haben Rück- und Vorderseiten. Meist sind die Vorderseiten durch zwei Parameter bestimmt: Farbzeichen und Bild- bzw. Zahlenwert. Die Ordnung in Reihen und Gruppen, die damit angelegt ist, wird im Mischen der Karten aufgebrochen und ermöglicht vielfältige Kombinatoriken und Spielprinzipien. Zahlreiche Verbote, die seit dem ausgehenden 14. Jahrhundert belegt sind, versuchen, das Kartenspiel in europäischen Städten einzuschränken, und zeigen die schnelle Verbreitung der neuen Spielmaterialien.

Sie haben eine größere kunst- und medienhistorische Bedeutung als man vermuten könnte: drucktechnische Verfahren wie Holzschnitt und Kupferstich oder der Einsatz kleiner Farbstempel wurden nicht nur früh für die Produktion kostengünstiger Spielmaterialien verwendet, sondern vielleicht sogar – wie etwas der Kupferstich –für den Druck von Spielkarten (weiter)entwickelt. Im 15. Jahrhundert entstehen erste Zentren der Kartenproduktion etwa in Lyon, Nürnberg oder Venedig. Daneben sind als „Luxusspiele“ gestaltete Kartensets aus Werkstätten angesehener Künstler und Briefmaler überliefert. Wie das Kartenspiel selbst bleibt auch der individuelle Gestaltungsgrad und das Anspruchsniveau der Kartensets auf eine hierarchisch geordnete Gesellschaft bezogen, wie sie an den Höfen verwirklicht und in den Städten in Bewegung gebracht wurde. Zu fragen ist also auch, wie die Gestaltung der Karten ihren spielerischen und sozialen Kontext reflektiert.

Rethinking Kirchner

Prof. Dr. Karin Leonhard

Do, 14tägig, ab 19.04.2018, 13.30 – 16.45 Uhr, Raum H 304

Der Maler, Graphiker und Bildhauer Ernst Ludwig Kirchner begann zunächst ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule in Dresden, das er 1903/04 in München fortsetzte und 1905 in Dresden abschloß. Gemeinsam mit den Studienkollegen Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl gründete Kirchner im Juni 1905 die Künstlergruppe „Brücke“ und widmete sich fortan Malerei, Zeichnung und Druckgraphik. 1914 meldete sich Kirchner als Freiwilliger zum Kriegsdienst; nach einem Nervenzusammenbruch wurde er Ende 1915 als Soldat entlassen, es folgten Behandlungsaufenthalte in Sanatorien. 1918 siedelte Kirchner nach Davos über, bezog ein Bauernhaus und widmete sich vorrangig dem Thema der Bergwelt. 1938, nach Jahren zunehmender Medikamenten- und Drogenabhängigkeit, nahm er sich das Leben. Das Seminar gruppiert sich thematisch um das vom Art Centre Basel initiierte Symposium „Rethinking Kirchner“, das vom 28. Juni - 1. Juli 2018 in Davos stattfinden wird und eine Ausstellung zu Ernst Ludwig Kirchners „Imaginary Travels“ in der Bundeskunsthalle in Bonn nach sich zieht. Das Seminar beinhaltet den gemeinsamen Besuch der internationalen Konferenz sowie des Kirchner Museums in Davos. Vorbereitend zur Konferenz werden folgende Themenkomplexe ins Zentrum gerückt: 1) ‘I Am a Trademark’: Self-promotion and the Artist, 2) Illness and Anxiety, 3) Constructions of Identity: The Self and the Other / Identity and Alterity, 4) Portraits of Women / Portraits of Men / Portraits of Children, 5) Kirchner and Literature, siehe: www.kirchner2018.ch. Ein weiterer Fokus wird auf den Werkprozess Kirchners gelegt, der vor allem in den letzten Jahren Gegenstand materialwissenschaftlicher und maltechnischer Untersuchungen geworden ist.

Kunst und Kult. Bildpraktiken zwischen 1400 und 1600 nördlich und südlich der Alpen

Dr. Tanja Klemm

Do, 14tägig, ab 26.04.2018, 13.30 – 16.45 Uhr, Raum H 304

In seiner für die kunstgeschichtliche Forschung nach wie vor grundlegenden Studie „Bild und Kult“ (1990) konstatiert Hans Belting für das Zeitalter der Renaissance eine Krise des alten Bildes und seine Neubewertung als Kunstwerk. Eine bis heute anhaltende „Ära der Kunst“, durchzogen von autonomen Künstlersubjekten und ausgestattet mit einem eigenen Diskurs, löse zu jener Zeit eine dem personalen Bildniskult verpflichtete „Ära des Bildes“ ab.

In dem Seminar geht es darum, diese Narration der Ablösung zu hinterfragen und unterschiedliche Formen des Ineinandergreifens von ‚Kunst und Kult’ im Zeitraum zwischen 1400 und 1600 auszuloten. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Phänomen ‚wundertätiger Bilder’, deren (meist marianische) Kulte gerade in jener Zeit nördlich und südlich der Alpen florieren. In diesem schillernden Phänomen verdichten sich die bildpraktischen (und bildtheoretischen) Fragen um das Verhältnis von Kunst und Kult, die uns interessieren. Sie berühren künstlerische Auseinandersetzungen mit ‚wundertätigen Bildern’ ebenso wie materialästhetische und ‚bildmagische’ Fragen, Formen des Umgangs, der sinnlichen Wirkung und Wahrnehmung (Sehen, Berühren, Heilen), das Verhältnis Bild, soziale und ästhetische Praxis (Votivpraktiken, Rituale, Feste, diskursive Praktiken etc.) oder ikonoklastische Tendenzen in der Zeit. In jeder Sitzung spielen wir diese Themen an konkreten Orten und Bildwerken durch, die uns u.a. nach Rom, Florenz, Livorno, Mantova, Venedig oder Regensburg führen. Als textliche Grundlage dienen uns Traktate der Kunstliteratur, der Naturphilosophie, Medizin und Theologie.

Edouard Manet zwischen Kunstgeschichte und Kulturwissenschaft. Deutungen von Foucault bis Bourdieu

Prof. Dr. Bernd Stiegler/Dr. Sandra Hindriks

Di, 11.45 – 13.15 Uhr, Raum G 421

Pierre Bourdieus umfangreiche Studie zu Édouard Manet ist der jüngste Beitrag einer kulturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit einer der wichtigsten künstlerischen Positionen in der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Auch Georges Bataille hatte ihm eine kleine Studie gewidmet und Michel Foucault über Manet gleich ein ganzes Buch geschrieben, dessen Manuskript er aber vernichtete. Überlebt hat nur ein längerer Vortrag. Weiterhin hat auch der kanadische Künstler Jeff Wall in mehreren seiner Arbeiten Manet aufgenommen und ihm einen Essay gewidmet. In diesem Seminar sollen diese Arbeiten gelesen und diskutiert werden, um so die „gelungene symbolische Revolution“ (Bourdieu), für die Manet steht, verstehen und einordnen zu können. Dabei werden auch die französische Salon-bzw. Pompier-Malerei des 19. Jahrhunderts vorgestellt, von der Manet sich absetzt.

zusätzliches Seminar für MA-Studierende

Die Kunstliteratur. Zur Quellenkunde der neueren Kunstgeschichte

Prof. Dr. Karin Leonhard

Donnerstag, 14tägig, Raum steht noch nicht fest, 10.00 – 11.30 Uhr

14-tägig stattfindendes Seminar für Masterstudierende, 3 ECTS-Punkte. Die kunsthistorische Quellenliteratur umfasst theoretische Traktate sowie historiographische und technische Literatur. Das Seminar vermittelt Einblick in die abendländische Kunstliteratur vom Mittelalter bis zur Kunstlehre des 17. und 18. Jahrhunderts und diskutiert Schlüsselbegriffe anhand ausgewählter Texte.

Forschungskolloquium

Forschungskolloquium Kunstwissenschaft *Research Colloquium Art History*

Prof. Dr. Karin Leonhard, Prof. Dr. Steffen Bogen, Prof. Dr. Jürgen Stöhr

Di 17:00 - 18:30, H 304

Das Kolloquium dient der Diskussion von Abschlussarbeiten mit kunst- und bildwissenschaftlichem Bezug. Außerdem werden Forschungsarbeiten von Mitgliedern der Arbeitsgruppe Kunstwissenschaft und von auswärtigen Gästen diskutiert.

Nachweis: Nur für MA LKM: Vorstellung des Exposés der MA-Arbeit: 6 ECTS

Schlüsselqualifikation

Drucklayouts und Publikationen - Flyer, Postkarten und mehr gestalten

Birgit Rucker

Blockkurs Montag - Donnerstag, 10-12 und 13-16 Uhr, Raum G 310
     Kursgruppe 1: 23.-26.07.2018
     Kursgruppe 2: 08.-11.10.2018

Neben Office-Kenntnissen werden bei vielen Praktika und Festanstellungen in kulturellen Einrichtungen auch Grundkenntnisse in der Layouterstellung verlangt. In der Praxis wird hierfür häufig InDesign von Adobe eingesetzt. Es ermöglicht das Erstellen verschiedenster Publikationen bis hin zur Druckreife.

Gearbeitet wird im Kurs mit Scribus, einer kostenlosen Alternative zu InDesign. Diese Software ist für Windows und Mac verfügbar und ein Umstieg von Scribus auf InDesign ist leicht möglich. Inhalt des Kurses ist die praktische Umsetzung von bestehenden Layouts, um die Funktionsweisen der Software kennenzulernen. Gestalterische Prinzipien hingegen werden nur am Rand behandelt.

Der Kurs richtet sich an Einsteiger mit keinen oder wenigen Vorkenntnissen.