Geschichte der Konstanzer Romanistik
Die Romanistik hat in Konstanz eine kurze Geschichte. Sie beginnt 1966 mit der strukturellen Entscheidung, den literaturwissenschaftlichen Teil der Romanistik in den Fachbereich Literaturwissenschaft, den sprachwissenschaftlichen Teil der Romanistik hingegen in den Fachbereich Sprachwissenschaft zu integrieren. Diese Grundsatzentscheidung bedeutete, dass von vornherein die Betrachtung der romanischen Sprachen und Literaturen in einen neuen interdisziplinären Zusammenhang gebracht werden sollte, der unter dem Vorzeichen gemeinsamer Arbeit an einer die Einzelsprachen und Einzelliteraturen übergreifenden Allgemeinen Literaturwissenschaft und Allgemeinen Sprachwissenschaft geplant war. Hinzu kam die Delegierung von Sprachpraxis und Landeskunde, traditionelle Aufgabe der einschlägigen Lektoren, in ein übergreifendes Zentrum für Sprachlehrforschung, das zu einem zentralen Sprachlehrinstitut ausgebaut wurde.
Die Konstanzer Schule
Erster Inhaber des Lehrstuhls für Romanische Literaturen und Allgemeine Literaturwissenschaft war Prof. Dr. Hans Robert Jauß, der den Lehrstuhl von 1966 bis 1987 innehatte. Prof. Jauß hat in der Zeit seiner Tätigkeit in Konstanz zusammen mit seinem anglistischen Kollegen, Prof. Dr. Wolfgang Iser, ein neues literaturwissenschaftliches Paradigma, die "Rezeptionsästhetik", theoretisch begründet und im Hinblick auf die romanischen Literaturen konkretisiert. Es gelang ihm damit, einen in der ganzen Welt viel beachteten literaturwissenschaftlichen Durchbruch zu erzielen. Das die Fachgruppe in ihren ersten Jahren weithin bestimmende Konzept der Rezeptionsästhetik, das es erlaubte, der Romanistik in Konstanz wesentliche interdisziplinäre Impulse zu verleihen, ließ dennoch Raum für andere Forschungsinteressen: So wurde in Konstanz in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl von Prof. Erich Köhler, Freiburg, der "Grundriß der romanischen Literaturen des Mittelalters" erarbeitet, der in Weiterführung einer spezifisch philologischen Tradition des 19. Jahrhunderts für die Erarbeitung eines neuen Bildes der romanischen Literaturen des Mittelalters wesentliche Anregungen gab.
Poetik und Hermeneutik
Darüber hinaus war Hans Robert Jauß ein entscheidender Anreger des interdisziplinären Projekts der Gruppe ‘Poetik und Hermeneutik’. Der Forschungsintensität des Lehrstuhls entsprach eine zunächst noch bescheidene Zahl von Studierenden, die freilich im Übergang zu den siebziger Jahren sich konstant auf inzwischen mehr als 350 Studierende erhöhte. Mit der Erhöhung der Studienzahlen ging die Erweiterung der romanistischen Professuren einher. 1975 wurde die Professur Romanistik mit Schwerpunkt hispanistische Literaturen eingerichtet, die seit dem Wintersemester 1997/98 durch Professor Dr. Pere Joan Tous besetzt wurde. 1986 wurde der Bereich der romanischen Literaturen um eine weitere Professur mit dem Schwerpunkt italienische Literatur erweitert, die bis 2004 Prof. Rainer Stillers innehatte. Schwerpunkt der Forschungen von Prof. Dr. Stillers sind die italienische Renaissance, Leopardi und die italienische Literatur des 20. Jahrhunderts, darüber hinaus die moderne französische Literatur seit 1945.
Nach der Emeritierung von Prof. Jauß wurde Prof. Dr. Karlheinz Stierle im Jahr 1988 sein Nachfolger. Prof. Stierle hat vor allem im Bereich der französischen und italienischen Literatur und der Literaturtheorie gearbeitet. Schwerpunkte seiner Forschungen sind der Diskurs der Stadt Paris, die französische Moralistik sowie die italienische Literatur der Renaissance und insbesondere Petrarca und Dante. Wie Jauß war auch Stierle Mitglied der Forschungsgruppe ‘Poetik und Hermeneutik’, außerdem Herausgeber der Zeitschrift "Poetica" und Mitherausgeber der Reihe "Bild und Text". Karlheinz Stierle wurde 2005 emeritiert.
Studiengänge
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Diplom-Wirtschaftspädagogik
(Doppelwahlpflichtfach Französisch/Italienisch/Spanisch)
Kontakt
Sekretariat Romanische Literaturen: Pia Leister
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Tel.: 0049-(0)7531-88-2437
pia.leister(at)uni-konstanz.de
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